Womit alles anfing...

Die Ausgangsbasis bildete eine nicht mehr ganz im Originalzustand befindliche Triumph Tiger 900 (T400) aus dem Modelljahr 1995 mit Erstzulassung 1996 und exakt 42.270 km auf der Uhr, die ich im Februar 2006 im Internet fand.

Der Besitzer hatte das vormals rote Fahrzeug silbern überlackieren lassen mit einer Farbe, deren Farbcode er nicht mehr kannte. Dazu mussten auch die Dekore verschwinden. Er hatte außerdem einen Windschild installiert, bei dem bei jeder Vollbremsung akute Gefahr für die Schneidezähne bestand.

Das Fahrzeug stand bei Potsdam und auf meine Anfrage hin sandte mir der Anbieter die folgenden vier Bilder:

Ein Besichtigungstermin wurde vereinbart. Zum Glück stand das Fahrzeug noch in erträglicher Entfernung zu meinem Wohnort und ein Freund erklärte sich bereit, mich mit seinem Transporter hinzufahren für den Fall, dass ich das Mopped gleich mitnehmen wollte.

Gemeinsam nahmen wir den Verkäufer dann in die Zange, denn so schön der Tiger af dem ersten Blick aussah, hatte er doch einige wertmindernde Mängel:

  • Die HU lief nicht wie angegeben erst irgendwann im nächsten Jahr ab, sondern bereits im März - bei einem Fahrzeug, das ein 04-10 Saisonkennzeichen hatte.

  • Die hintere Bremsscheibe hatte ihren ursprünglichen Lebenszyklus bereits weit überschritten.

  • Die vorderen Beläge waren ebenfalls fertig.

  • Der Lack war, wie bereits gesagt, nicht original.

  • Die Dekore fehlten.

  • Das Servicehandbuch war nicht vorhanden.

  • Obwohl die Erstzulassung in 1996 erfolgte, handelte es sich eindeutig um ein Modelljahr 1995.

  • Die Batterie war tot.

Letzteres stellte sich allerdings erst heraus, als ich den Verkäufer aufforderte, den Motor anzuwerfen. Er protestierte. Sagte, er hätte ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Probefahrt nicht drin sei, weil das Fahrzeug noch außerhalb des auf dem Saisonkennzeichen angegebenen Zeitraumes sei. Ich sei schließlich nur gekommen, um mir die Maschine anzusehen...

An dieser Stelle platzte mir der Kragen. Nachdem der Kollege sich ordentlich was anhören konnte, kam er kleinlaut damit raus, dass die Batterie tot sei. Na super! dafür sollte er nun schwitzen. Zu dritt schoben wir den Tiger an. Und siehe da: nach vier Monaten Standzeit und bei Temperaturen deutlich um den Gefrierpunkt herum kam der Motor gleich beim zweiten Versuch. Wer sagt's denn!

Wir setzten den Verkäufer preislich ganz erheblich unter Druck und nach langem Überlegen stimmte er unserem Vorschlag letztendlich zu. Der Tiger verschwand im Lieferwagen.

Im nachhinein stellte ich dann noch weitere Mängel fest, die eine weitere Verringerung des Preises gerechtfertigt hätten, aber da war es schon viel zu spät:

  • Die vorderen Bremsscheiben waren an der offiziellen Verschleißgrenze angelangt.

  • Das Lenkkopflager war ganz kräftig eingelaufen,

  • Der untere Kettenschleifschutz war vollkommen, der obere weitestgehend verschlissen

  • Das Bordwerkzeug fehlte

Die meisten der Mängel waren für mich nicht weiter dramatisch. Schließlich plante ich eh, die komplette Gabel, alle Räder und auch die Batterie zu ersetzen. Ich konnte mich also daran machen, mein Projekt zu beginnen.

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