Mit dem richtigen Partner geht alles!

Wenn man ein solches Projekt wie das des Tiger Trail 900 in Angriff nimmt, benötigt man eine große Portion handwerkliches Geschick und jede Menge Erfahrung. Ich traue mir sicher das eine oder andere zu, jedoch handelt es sich hier um einen ganz massiven Eingriff in die Fahrzeuggeometrie bei der sowohl speziell gefertigte Teile als auch Spezialwerkzeuge sowie eine gut eingerichtete Werkstatt erforderlich sind. Und Erfahrung. Habe ich Erfahrung schon erwähnt? Davon kann man nie genug haben.

Ich habe Kai Liebisch und seine Firma MotoBau über den Africa Twin Stammtisch Berlin kennen gelernt, ein lustiger Haufen NIcht-nur-AT-Treiber, die ihre Dickschiffe gerne auch mal im Gelände bewegen. Ein paar der Twinner haben ihre AT mit Kais Hilfe kompromisslos auf Gelände und Rallye umgebaut. Durch diese und den Umbau der einen oder anderen 2V-GS hat Kai bereits viele Erfahrungen mit Dickschiffen sammeln können und sich, wie ich selber feststellen durfte, beim TÜV mit seiner geleisteten Arbeit einen guten Namen gemacht.

Gerade das letztere ist ein nicht zu verachtender Aspekt. Die Umbauten sind radikal und tiefgreifend: Bremsen, Räder, Gabel, Instrumente, Abgasanlage, Rahmen und einiges mehr wurden bereits oder werden noch verändert oder ausgetauscht. Viele Teile wurden entweder speziell angefertigt oder waren nie für den Einsatz in einem solchen Fahrzeug vorgesehen. Allein schon der Umbau der vorderen Bremsanlage von Doppelscheiben auf nur eine Scheibe ist ein Punkt, der bei vielen Prüfern grundsätzlich nicht den Hauch einer Chance auf Abnahme hätte...

MotoBau ist quasi eine Ein-Mann-Show. Kai ist Inhaber, Mechaniker, Schreibtischtäter und Kundenbetreuer in Einem. Er nimmst sich grundsätzlich Zeit für seine Kunden, entwickelt Ideen zur Umsetzung geplanter Projekte und vermittelt auch schon mal das eine oder andere benötigte Teil von einem Kunden zum anderen. Er organisiert auch Endurotrainings, Urlaubsreisen, Ausfahrten und After-Work-Parties. Nebenher entwickelt er auch neue Teile und betreibt einen kleinen Versandhandel. Ich habe Kai noch nie alleine in seiner Werkstatt angetroffen. Man trifft dort ständig andere Kunden/Freunde/sonstige "Satteliten", die auch immer wieder zu seinen Events aufkreuzen. Man sieht also ständig bekannte Gesichter und gehört ziemlich schnell "dazu".

Werkstatt mit Familienanschluss, sozusagen. Wann Kai dann noch zum Schrauben kommt, kann ich eigentlich nicht so richtig sagen. Und das ist auch der einzige "Kritikpunkt": Seine Arbeiten werden hin und wieder erst auf den "allerletzten Drücker" fertiggestellt - aber trotzdem immer  termingerecht. Was hinzunehmen ich bereit bin, da das sonstige Umfeld einfach stimmt. Und außerdem kann man durch geschickte Fristsetzung ein wenig "gegensteuern".

Kurz gesagt: Ich finde, dass MotoBau wundervolle Arbeit leistet, die jeden Euro wert ist. Ich bin froh, eine solche Werkstatt an der Hand zu haben. Danke, Kai.