Umbaustufe 1 - abgeschlossen

Der Tiger Trail 900 nimmt erste Formen an. Kurz nach dem Kauf im Februar 2006 habe ich als Erstes die (am Ende ihres Lebenszyklus' angelangte) Batterie gegen eine Hawker SBS8 getauscht. Damit verlor der künftige TT9 seine ersten zwei Kilogramm Gewicht. Dann stellte ich ihn zusammen mit einem Haufen Ersatzteile bei MotoBau ab.

Pünktlich zum von MotoBau organisierten Dickschifftraining war er dann erst einmal provisorisch fahrbereit: Kai hatte Sonderschichten eingelegt und war sozusagen auf den letzten Drücker fertig geworden. Um 4.00 Uhr in der Nacht vor dem Training war die neue Gabel eingebaut, die Bremse angeschlossen, der Hinterreifen ausgetauscht, das Rad mit der Bremsscheibe versehen und eingebaut, ebenso wie der Lenker inklusive Lenkererhöhung. 

Und was macht ein Mechaniker, um 4.00 Uhr in der Früh, wenn es zu spät zum InsBettgehen und zu früh zum sinnvollen Arbeiten ist? Richtig. Er macht Blödsinn. Und so kam es, dass mich zum DickSchiffTraining kein Triumph Tiger Trail 900 erwartete, sondern eine BMW F900 GS:

Der erste Fahreindruck jedenfalls war, wenn man von den Propellern am Tank mal absah, ausgezeichnet. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch einiges zu tun: 

  • Die geplanten Handprotektoren mit integriertem Alubügel konnten nicht montiert werden, da die originalen Griffarmaturen schlicht und ergreifend zu groß waren. Doch die Entscheidung, die Armaturen auszutauschen, fiel mir leicht: Die Bremspumpe war für den verbauten 4-Kolben-Bremssattel viel zu groß. Der Hebelweg belief sich auf ein paar Millimeter bis die Bremse voll zulangte - bei entsprechend großem Kraftaufwand. Die Kupplungsarmatur zerstörte ich am zweiten Tag bei einer missglückten Steilauffahrt. 

  • Die originalen Instrumente waren noch vorhanden. Da das neue Vorderrad aber kiene Aufnahme für eine Tachowelle hatte, war der Tachometer dementsprechend außer Funktion.

  • Ich hatte auf den Gepäckträger verzichtet. Leider stellte sich heraus, dass ein "Bergegriff" am Heck des Fahrzeuges eine sehr sinnvolle Sache ist.

  • Spiegel und Blinker fehlten noch 

  • Der Hinterreifen war ein Metzeler Karroo, der Vorderreifen ein Pirelli Scorpion Pro.

  • Die Gabel und das hintere Federbein waren in keiner Form auf das Fahrzeug und den Einsatz abgestimmt.

  • Der Lenkeinschlag ist erschreckend gering und bewegt sich noch unter LC8-Niveau (950er). Die Gabelbrücke ist einfach zu breit. Ich werde wohl ganz heftig Försterwenden trainieren müssen..

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Abgesehen davon war das Fahrverhalten traumhaft. Der Nachlauf ist deutlich geringer, was das Handling gerade auf langsamen Trial-Sektionen unheimlich vereinfacht. Die Gabel schluckt bei Bergauffahrt problemlos querliegende Baumstämme von 15 cm Durchmesser weg. Das 21' Vorderrad bietet eine Spurtreue, die kein Vergleich zu der eines 19'-Rades ist.

Nach dem Training nahm Kai die "F900 GS" noch einmal in seine Obhut, um sich der Brems- und Kupplungshebeleien, der Handprotektoren und des Austausches der originalen Instrumente gegen einen Sixo Motorradcomputer anzunehmen. Der Vorderreifen wurde anschließend noch schnell gegen einen Metzeler MCE 2 getauscht und ab ging es zum freundlichen TÜV-Prüfer unseres Vertrauens.

Die Eintragung der Umbaumaßnahmen war überhaupt kein Problem. Schließlich stand Kai schon während des Umbaus mit dem Prüfer in Kontakt. Außerdem genießt MotoBau bei ihm bereits von vorherigen Dickschiffumbauten einen guten Ruf. Die Eintragungen waren so zahlreich, dass der Fahrzeugschein mit einem Anhang versehen werden musste.

Nachdem diese Hürde genommen war, nahm ich mich der Maschine noch ein wenig selbst an. Zu allererst entfernte ich diese elendigen Propeller und ersetzte sie durch selbst gefertigte "Tiger"- und "Triumph"-Logos. Mit dem Skalpell einsäuberlich aus grauer Klebefolie ausgeschnitten. 

Dann kam noch der Anschluss der Heizgriffe, der Einbau des GPS-Halters, das Anschließen einer Tankkontrolleuchte und Anbringung eines Scheinwerferschutzes. Fertig war die erste Stufe des Triumph Tiger Trail 900. Gewichtsersparnis bis hierher: ungefähr 15 kg.

Die KTM-Upside-Down-Gabel noch einmal in ihrer vollen Pracht. Ebenso die 4-Kolben-Bremszange. Die Gabelfäuste sind ebenso wie das Lenkschaftrohr speziell angefertigt. Die Gabel wird wohl nie mehr in einer KTM ihren Dienst tun können... Die schwimmend gelagerte Bremsscheibe wurde mit einem Aluminiumadapter am LC4-Vorderrad (1.60x21) befestigt. 

Herausgekommen ist meiner Meinung nach ein wahres Schmuckstück. Obwohl noch nicht annähernd ertig umgebaut, ist der TT9 schon jetzt ein echter Hingucker. Ich freue mich schon jetzt auf die weiteren Umbaustufen. Hier noch ein paar Bilder:




Man erkennt den Scheinwerferschutz (pulverbeschichtetes Aluminium), die klappbaren Endurospiegel, den KTM-Kotflügel und,wenn man sich Mühe gibt, auch die 30 mm tieferen Fahrerfußrasten. Soziusrasten und Seitenverkleidungen wurden demontiert.

Weiter geht es mit Stufe 2