Umbaustufe 2 - abgeschlossen.

Die zweite Runde ist so gut wie abgeschlossen. Wieder einmal hatte Kai von Motobau den Tiger in den Händen und ganze Arbeit geleistet. Der Erfolg lässt sich sehen: Rund elf weitere Kilos hat der Tiger verloren. Allein achteinhalb davon gingen auf die neue Auspuffanlage.

Ich habe im Laufe des Jahres 2006 eine Motad Venom 3in1-Anlage mit Krümmer, Endschalldämpfer und Zwischenrohr ergattern können um die originale 3in2-Anlage des Tigers (Schwer wie Hulle!) zu ersetzen. Das Gute daran: Die Komplettanlage wiegt etwas über fünf (!) Kilo und hat eine EG-Zulassung. Die originale Anlage wiegt hingegen knapp 14 kg. Das Schlechte daran: sie ist eigentlich für eine T300 Daytona konzipiert, die grundsätzlich denselben Motor hat. Das Zwischenrohr war für den Tiger anzupassen. Die Anlage muss natürlich per Einzelabnahme zugelassen werden. Gewichtsersparnis: ca. 8,5 - 9,0 kg

Und der Sound? Ein Gentleman genießt und schweigt... 

Da er wegen des neuen Auspuffs die Vergaser sowieso neu einstellen musste, nahm sich Kai gleich die Luftfilter vor. Hier galt es, die Wartungsfreundlichkeit erheblich zu erhöhen. Mussten vorher zum Wechsel des Filters der Tank abgenommen und die gesamte Airbox getauscht werden, so sind die Filter jetzt von außen zugänglich und können einfach abgeschraubt werden. Da es sich hier um Papierfilter aus dem Automobilbereich handelt, ist gerade in staubiger Umgebung die Reinigung der Filter (einen kleinen Kompressor oder ähnliches vorausgesetzt) ein Kinderspiel und eine Sache von wenigen Minuten. Es entfielen hierbei übrigens die Beruhigungskammern, was Platz im Heck für künftige weitere Umbauten schafft. Außerdem befindet sich der Lufteinlass jetzt nicht mehr im unmittelbaren Spritzbereich des Hinterrades.

Insbesondere die Hinterradnabe des Tigers ist ein schwerer Brocken. Daher wurd die Nabe gegen eine leichtere ersetzt. Und weil wir schon einmal dabei waren, wurde gleich auch noch die Felge, sprich das ganze Hinterrad ausgetauscht. Es kommt ein 2.5x18'-Hinterrad einer KTM LC4 zum Einsatz. Das größere Hinterrad erfordert auch ein größeres Kettenrad: ein 52er Stealth-Kettenrad mit Alukern Und da es die 52er Blätter für KTM-Hinterräder nur in einer bestimmten Stärke gibt, ersetzt auch gleich noch eine (leichtere) 520er Kette die originale 530er. Gewichtsersparnis am Hinterrad: ca. 2 kg, am Antriebsstrang etwa 1,0 kg.

Noch ein Punkt zum Thema Wartungsfreundlichkeit. Die Ritzelabdeckung wurde soweit modifiziert werden, dass ein Ritzelwechsel ohne Ablassen des Motoröls möglich wird. Kai hat das Ritzel zweigeteilt und mit einem Fenster zur Verschleißkontrolle versehen. Der Öleinfüllstutzen wurde gekürzt und mit einem Bolzen mit Peilstab verschlossen. Künftig müssen nur noch der Zylinder des Kupplungsnehmers und die obere Hälfte der Ritzelabdeckung abgeschraubt werden. Schon kann das Ritzel gewechselt werden.

Da ich recht gerne und mittlerweile auch regelmäßig Roadbooktouren fahre, habe ich den TT9 bereits im letzten November mit einen elektrischen Roadbookhalter ausgestattet. Leider erhöht sich das Gewicht des TT9 dadurch um etwa 1 kg.

Ich weiß zwar nicht, ob es irgend einen Sinn macht, da das komplette Heck in Stufe 3 in Angriff genommen werden soll... aber ich habe die Bank neu beziehen lassen, da der alte Bezug an einigen Stellen durchgescheuert war. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich die Mulde aus der Sitzbank entfernen lassen, um mich besser darauf bewegen zu können.

Ein paar Kleinigkeiten sind allerdings noch offen: Der SIXO wird weiter aufgerüstet. Es sollen Sensoren für Luft-, Öl- und Wassertemperatur angeschlossen werden. Auf diese Weise habe ich eine Chance, die Gesundheit des Motors besser im Auge zu behalten. Und ich kann prahlen, bei welch niedrigen / hohen Außentemperaturen ich harter Kerl heute wieder unterwegs war. ;-)

Außerdem wurde die Gabel ein wenig bearbeitet: kompletter Gabelservice, anderes Öl, Hülsen zur Erhöhung der Federvorspannung. In Verbindung mit dem größeren Hinterrad hatte dies eine Erhöhung der Bodenfreiheit auf 245 mm zur Folge. Bei einer ersten Probefahrt stellte ich immer wieder mit Erstaunen fest, dass sich meine "Wohlfühlgeschwindigkeit" gegenüber dem Vorjahr um etwa 20 - 30 km/h nach oben verschoben hat. Vielleicht bin ich aber auch nur ein wenig besser geworden... :-P

Weiter geht es mit Stufe 3