Umbaustufe 3 - nahezu abgeschlossen

Aller guten Dinge sind drei. Besonders im dritten Akt. Diesmal gab es keine Modifikationen am Fahrwerk mehr - jetzt wurden als Augenfälligstes der Heckrahmen und die Lackierung angegangen. Und noch einmal die Airbox...

Fangen wir mit dem Heckrahmen an:

Der Heckrahmen und die Plastikteile stammen von einer KTM LC4 620. Ebenso die Sitzbank, die im vorderen Teil ein wenig gekürzt und an der unteren vorderen Ecke ein wenig verlängert werden musste. Diese Sitzbank ist bedeutend schmaler als das Original. Da macht es wenig, dass die Sitzhöhe auf immense 960 mm angewachsen ist.

Unter der Bank geht nun alles ein wenig gedrängter zu. Platz wird nicht verschenkt, ist aber grade noch ausreichend vorhanden. Das entscheidende Manko ist nun allerdings die Tatsache, dass die Sitzbank nur noch mit Hilfe von Werkzeug abzunehmen ist. Ist aber halb so wild: Man braucht nur eine Schraube zu lösen und alles ist in Reichweite.

Der schwarz-graue Kasten links ist eine LC4-Airbox. Denn wenn man schon einen LC4-Rahmen nutzt, kann man ihn auch mit den dafür vorgesehenen Komponenten füllen. So zum Beispiel Batteriehalter und Airbox, Denn das bisherige System mit den aufgeschraubten Papier-Vorfiltern hat sich als nicht praktikabel erwiesen. Das Filterpapier wurde regelmäßig nass und quoll zu - mit der Folge, dass dem Motor schlagartig die Luft abgedreht wurde.

Eine einzelne weitere Schraube muss gelöst werden, dann kann man das linke Verkleidungsteil hochklappen und die Airbox freilegen. Hier sieht man schön den geschraubten Alu-Heckrahmen mit Airbox und Kühlmittelausgleichbehälter.

Vier weitere Schrauben später liegt der Schaumstofffilter frei zugänglich offen.

Er kann einfach entnommen und bequem ausgewaschen werden. Der einzige Nachteil, den dieses neue Airbox-Setup mit sich bringt, ist die Tatsache, dass die Vergaser noch einmal neu abgestimmt werden müssen. Kai hat sein möglichstes versucht. Nachdem der Tiger zuerst lief wie ein Sack Nüsse, ist er jetzt durchaus fahrbar. Aber immer noch verbesserungsfähig. Der Vergaser insgesamt ist allerdings auch stark überholungsbedürftig. Dies wird im nächsten Rutsch angepackt werden.

Die Vorteile der neuen Airbox liegen auf der Hand: Die Luft wird nicht mehr im Spritzbereich des Hinterrads angesaugt, sondern unter der Sitzbank. Das ganze Setup ist unempfindlich gegen Spritzwasser. Und durch die höhere Luftansaugöffnung und das dichte System wurde die Watfähigkeit stark erhöht. Ich tippe auf gut 80 cm.

Der Seitenständer wurde jetzt übrigens verlängert und mit einer größeren Auflagefläche versehen. Nun steht der Tiger endlich wieder gerade und kann auch ohne Probleme in etwas weicherem Sand abgestellt werden, ohne einzusinken.

Die auffälligste Veränderung jedoch ist die Farbe. Nachdem irgendwann mir ein Reh vor die Maschine hüpfte und erfolgreich versuchte, seinem Leben ein Ende zu setzen, war der Lack im vorderen Bereich an etlichen Stellen abgeplatzt. Außerdem hatten die KTM-Plastikteile eine nicht sehr unauffällige orangene Färbung.

Da der Lack leiden wird und daher ausbesserungsfreundlich sein sollte, suchte ich einen matten Lack. Es dauerte nicht lange, da stieß ich bei meiner Suche über Militärlacke. Ich fand einen Anbieter mit großer Auswahl und entschied mich letztlich für "Desert Sand"; die Farbe, die die britische Armee seit den Siebzigern für ihre Wüstenkampagnen nutzt. Natürlich.

Die Dekore habe ich auch dieses Mal wieder mit dem Skalpell aus Decefix ausgeschnitten.

Weiter geht es mit Stufe 3a